Roger Kay – oder die Flügel des Ikarus im Vergleich zum Höhenflug von Apple
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Source: Roger Kay’s Wax Wings of Icarus vs the Flight of Apple Written by: Daniel Eran Dilger
Roger Kay – oder die Flügel des Ikarus im Vergleich zum Höhenflug von Apple Autor: Daniel Eran Dilger Übersetzung und Adaption: digital express Roger Kay hat sich kürzlich in religiöse Wahnvorstellungen verstiegen, um die erfolgreiche Position von Apple im Markt für Konsumgüter und Firmenkunden anzugreifen. Er hat sich dabei nicht nur auf eine einzige schlechte Redewendung beschränkt; Kay hat nichts unversucht gelassen, ein Bündel schwacher Argumente zu schnüren, für ein Kartenhaus der Dummheit, gebaut aus Falschaussagen und Fehlinterpretationen. Der skurilste Part seiner weitschweifigen Botschaft wurde in das Editorial der BusinessWeek geklatscht: Apple sei dazu verdammt, zu wagemutig zu hoch hinaus zu wollen, um dann ins Meer abzustürzen – wie seinerzeit Ikarus, dessen mit Wachs verleimte Schwingen der Legende nach in der Hitze der Sonne schmolzen. Kay hat seine Märchenstunde mit zufälligem Flickwerk unpassender Bibelzitate ausgeschmückt, beispielsweise mit „Hochmut kommt vor dem Fall”. Offen bleibt die Frage, welches Schulsystem bei Kay’s Ausbildung versagt hat. Was die griechische Mythologie jedoch anbetrifft: Ikarus stürzte ab, weil er zu übermutig wurde. Kay hat sich nicht mit der Vorgeschichte auseinander gesetzt, warum ein vom Unglück verfolgter Apple-Ikarus auf Kreta gefangen war, dort seine Flucht mit einem Gestänge plante, an dem er mit Wachs die Federn befestigte. Er schwieg sich auch darüber aus, welche Rolle sein Vater Dädalus spielte, der für Minos Frau Pasiphaë eine Kuh-Attrappe baute, damit die Zeugung des Minotaurus ermöglichte und zur Strafe dafür mit seinem Sohn Ikarus ins Labyrinth gesperrt wurde. Wie passt das eigentlich alles zusammen? Oder darf man besser getrost davon ausgehen, dass die alten Griechen nicht wirklich einen konstruktiven Beitrag beisteuern können, wenn es um die Einschätzung der Geschäftsprozesse im 21. Jahrhundert geht? Apple verzeichnet Wachstum im Endkundengeschäft, bei den Online-Verkäufen, ist Marktführer beim Online-Vertrieb von Medien – mit seinen hervorragenden Zuwachsraten beim Mac und iPhone ähnelt das Unternehmen eher einer international gut aufgestellten Airline mit zuverlässigem Flugplan, weniger einer Sagengestalt mit angeklebten Federn, zu nah der Sonne fliegend. Letztendlich lehrt uns die aufgeklärte Physik, dass beim Höhenflug in der Atmosphäre eher ein Kälteproblem auftritt, von der Sonnenhitze geht hingegen keine Gefahr aus. Welche Rolle spielen ein paar Hundert Meter Höhe, wenn die Sonne rund 152 Millionen Kilometer entfernt ist? Der Kittel brennt. Kay spielt nicht nur falsch, er verliert auch im Bereich der griechischen Mythologie. Er warnt davor, dass Apple schon bald in eine ähnliche Sicherheitskrise kommen wird, wie derzeit Microsoft. Dies sei der zunehmenden Popularität von Mac und iPhone zu verdanken. „Es ist keine Überraschung, dass immer mehr über Mac-Viren berichtet wird.” Was vollkommen falsch ist. Es wird nichts über Mac-Viren berichtet, ganz zu schweigen davon, dass dies in steigender Tendenz erfolgt. Kay mag über die Mythologie fabulieren und sich gegenüber Unternehmen wie jemand aufzuführen, der nicht genug für seine Dienste bezahlt wird – aber mit seiner Behauptung, „dass immer mehr über Mac-Viren berichtet wird”, wechselt sein schwachsinniger Irrweg in Richtung Falschinformation – was nicht nur seine eigene, sondern auch die gute Reputation der BusinessWeek in den Abgrund zieht. Kay biedert sich einer selbsternannten Entwicklergemeinde an, deren Ziel um die Installation von Programmen kreist, die seitens Apple nicht unterstützt werden. Ist dies ein Sicherheitsrisko für Apple oder eher der Beweis für das Verantwortungsbewusstsein des Herstellers? Oder zeigt es, wie eng Kay als Fürsprecher mit Windows Mobile und anderen weniger interessanten Betriebssystemen verknüpft ist? Er scheint sorgfältig ausser Acht zu lassen, wie sich Apple die Installation von signierten Applikationen vorstellt.
iPhone 2.0 SDK: How Signing Certificates Work Der unfreundliche Anteil. Kay wirft Apple vor, sich mit 30 % Anteil bei seinen Entwicklern zu bedienen: „sich für die Verteilung der Software einen so großen Teil einzuverleiben ist eine Strategie, die nicht wesentlich großzügiger ist, als die von Microsoft.” Offensichtlich ist Kay nicht darüber informiert, dass Microsoft-Danger 50 % Anteil von seinen Entwicklern einfordert, ähnlich anderen Unternehmen der Softwarebranche. Microsoft hat erst kürzlich seine 30 %igen Anteil bei den Gewinnen aus den Online Xbox 360 Live Arcade Spielen auf 65 % (bei den unabhängigen Entwicklern) erhöht. Rumor: Microsoft Cuts Indie Royalties in Half Ist Kay eigentlich darüber informiert, dass Microsoft mit 81 % Marge beim Verkauf von Windows kalkuliert – in einem Markt, der praktisch frei von Wettbewerbern ist? Microsoft hat ausserdem 100 % Marktanteil durch den Verkauf von Office, der Entwicklerumgebung und anderen Paketen, allesamt darauf abgestellt, unabhängige Software-Entwickler entbehrlich zu machen. Es scheint tatsächlich nicht schwer, großzügiger zu sein als Microsoft. Microsoft’s Outrageous Office Profits Office Wars 3 - How Microsoft Got Its Office Monopoly Office Wars 4 - Microsoft’s Assault on Lotus and IBM Kay setzt den Erfolg von Apple in bizarren Bezug zu Ikarus, was vermitteln soll, dass Apple die Warnungen seines nicht identifizierbaren Vaters in den Wind schlägt. Wird Apple zum Verhängnis, den Propheten in Gestalt eines Analysten Kay nicht anzuhören? Unterlässt Apple wichtige Schritte bei Absicherung der iPhone Plattform? Wird der Mac eines Tages das Opfer von „Hackern”, eine Vorhersage vieler Analysten seit 2004? Oder bedient sich Kay einer nachlässig recherchierenden Redaktion bei der BusinessWeek? Betreibt er in verzweifelter Anstrengung melodramatische Effekthascherei zur Verbreitung falscher Tatsachen, um für ein oder zwei Jahre seine berufliche Laufbahn als Befürworter von Microsoft zu stabilisieren? Ist er das Sprachrohr von Bill Gates und seinen grellen Visionen von Tablet PCs und weiteren Misserfolgen? |




